Irgendwann ist es soweit: Die alte Badeinrichtung ist verlebt und gefällt nicht mehr. Dann muss renoviert und modernisiert werden. Allerdings sind hierbei gerade im Bad einige Dinge zu beachten, die bei anderen Räumen nicht gelten – schließlich handelt es sich bei Bädern um sogenannte Feuchträume. Was das genau ist und welche besonderen Anforderungen solche Räume an den Renovierer stellen, wollen wir hier etwas genauer beleuchten.
Was sind Feuchträume?
Als Feuchträume gelten bei Elektrikern vor allem Bäder, Keller und Waschküchen. Da Strom auch in nichtbewohnten Räumen verlegt wird, dehnen die Fachleute den Begriff heute auch auf Garagen und Schwimmbäder aus. Im Baugewerbe umschreibt man diese Orte gewöhnlich als „Bereiche mit kurzfristig einwirkender Feuchte“, im Unterschied zu sogenannten Nassräumen, in denen stehende Feuchtigkeit auftreten kann.
Die verheerende Wirkung von Feuchtigkeit
Feuchträume sind ein problematisches Terrain, weil Luftfeuchtigkeit und Spritzwasser nicht von allen Baustoffen gleichmäßig vertragen werden. Holz kann sich unter der Einwirkung von Feuchtigkeit verziehen und dehnen. Feuchtes Mauerwerk büßt seine Dämmfähigkeit ein, bildet Salzausblühungen und sein Mörtel verliert auf Dauer an Bindekraft. Putze und Anstriche quellen auf und platzen von Oberflächen ab. An wasserfesten Materialien wie Fliesen und Metallen perlt Feuchtigkeit zwar ab, doch sie kann dadurch nicht entweichen. Infolgedessen sammeln sich Tropfen, die bei schon bei leichter Verunreinigung einen Nährboden für Schimmelpilze bilden.
Vor diesem Hintergrund ist klar, dass Feuchträume nicht nur häufiger renoviert und saniert werden müssen als trockene Wohnbereiche, sie benötigen auch besondere Vorkehrungen, die in Wohn-, Schlaf- und anderen Trockenräumen nicht zu treffen sind. So ist etwa beim Verlegen von Fußböden und Bodenbelägen darauf zu achten, dass diese wasserabweisend beschichtet sind und eine passende Beanspruchungsklasse aufweisen. Bei Fliesen sollte der Untergrund aus nichtarbeitenden Materialien bestehen. oft wird hierfür ein Trockenestrich gewählt. Werden SB-Platten, Spanplatten oder Leimholzplatten in Boden und Wände eingearbeitet, müssen diese imprägniert sein oder durch einen Anstrich versiegelt werden. Bei Gipskarton sollten die grünen Feuchtraumplatten gewählt werden, welche einer Feuchte von 70 Prozent dauerhaft widerstehen.
Kann ich Laminat im Bad verlegen?
Durch seine Holzoptik wirkt Laminat sehr wohnlich, ist aber trotzdem widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, quillt daher nicht auf und kann leicht gereinigt werden. Es ist in vielen verschiedenen Dekoren erhältlich und kann von einem durchschnittlich versierten Heimwerker selbst verlegt werden. Doch eignet es sich auch für die Verwendung im Bad?
Kurze Antwort: Ja, wenn spezielles Feuchtraumlaminat gewählt wird! Dieses Laminat kann auch auf alte Fußbodenbeläge verlegt werden. Hierfür gibt es Feuchtraumlaminat mit einer Dicke von wenigen Millimetern, das auf vorhandenen Fliesen oder auch Holzböden verlegt werden kann. Alternativ kann der alte Belag aber natürlich auch vorher entfernt werden. Als Trägerplatte dient beim Feuchtraumlaminat meist eine Faserplatte, auf die ein dünnes Dekor aufgeklebt wird.
Wichtig für die Verwendung in feuchten Räumen ist die oberste Schicht, die meist aus einem Melaminharz oder PVC hergestellt wird. Durch diese Oberfläche sind die unteren Schichten des Laminats gegen Feuchtigkeit geschützt und gleichzeitig ist der Boden unempfindlich gegen Abrieb und Abnutzungserscheinungen durch den normalen Gebrauch. Einige Laminate verfügen zusätzlich über eine Schicht, die der Trittschalldämmung dient, trotzdem kann aber eine zusätzliche Dämmung unter dem Laminat verlegt werden, mit der nicht nur Geräusche gedämmt, sondern auch Unebenheiten im Boden ausgeglichen werden.
Wandgestaltung & Einrichtung
Beim Verkleiden und Gestalten der Wände im Bad sind Fliesen natürlich am verbreitetsten, aber auch Paneele kommen infrage – sogar aus Echtholz, sofern sie mit einer wasserbeständigen Beschichtung versehen sind. Werden Wandabschnitte verputzt, ist ein spezieller Feuchtraumputz empfehlenswert, aber kein Muss. Zum Anstreichen sollten keine gewöhnlichen Dispersionsfarben, sondern fungizide und scheuerbeständige Feuchtraumfarben verwendet werden.
Beim Einrichten der Räume sind keine weiteren Vorkehrungen zu treffen. Badmöbel weisen meist feuchtigkeitsbeständige Beschichtungen bzw. Lacke auf. Schränke und Kommoden stehen in der Regel auf Füßen, damit kleinere Wasseransammlungen auf dem Boden nicht direkt ins Material eindringen. Am besten eignen sich Möbel, die aus lackierten MDF-Platten gefertigt und mit Edelstahlbeschlägen versehen sind. Sie lassen sich problemlos reinigen und überzeugen durch ihre gute Beständigkeit.