Wer in der glücklichen Lage ist, sein Bad und/oder das Geäste-WC neu einrichten oder modernisieren zu können, steht heute vor einer schier unerschöpflichen Auswahl verschiedener Sanitärobjekte, Badmöbel und Dekoartikel. Um hier die richtigen Teile auszuwählen, gilt es zunächst einige Fragen zu beantworten: Wie viel Platz bietet der Raum? Wie groß ist die Familie? Müssen Kinder und Eltern morgens nahezu gleichzeitig das Bad nutzen? Ist ein Fenster vorhanden? Welche individuellen Wünsche habe ich?
Damit die Antworten auf diese Fragen nicht so schwer fallen, gibt es hier viele Tipps und Tricks zum Thema Bad- und Gäste-WC-Einrichtung.
Die Planung des neuen Badezimmers
Bei neu gebauten, schlüsselfertigen Gebäuden oder Fertighäusern wird dem Käufer die Planung von Bad und Gäste-WC in der Regel von Profis abgenommen, hier muss man nur noch die eigentliche Badeinrichtung aussuchen. Wer allerdings in Eigenregie baut, dem steht die Planung völlig frei. Es bietet sich zum Beispiel an, zusammen mit dem Architekten zu überlegen, wo und wie viel Platz man für die persönlichen Wünsche benötigt. Gleiches gilt für Modernisierungen. Alternativ gibt es interaktive Badplaner im Internet, mit denen auch der Laie die Ausstattung des neuen Badezimmers gut planen kann.
Welcher Stil soll es sein?
Nachdem die Grundplanung, also insbesondere die Raumaufteilung, geschafft ist, kann es an die Auswahl der Einrichtung gehen. Dabei geht es vor allem um den Stil, den man heutzutage für Badezimmer in vier Gruppen unterteilt: der klassische, der mediterrane, der puristische und der verspielte Stil. Es gibt natürlich auch Badserien, die mehrere Stile harmonisch vereinen. Beispielweise passt der klassische Stil hervorragend zum mediterranen Stil. Schauen wir uns die einzelnen Stile doch einmal etwas genauer an.
Das klassische Bad
Beständigkeit finden wir immer seltener in der heutigen Zeit. Vieles ist schnelllebig und rauscht an uns vorbei. Werte und Traditionen geraten oft in den Hintergrund. Ist es dann nicht beruhigend, dass es immer noch Dinge gibt, die über die Zeit hinaus bestehen? Traditionelle Räume etwa bringen Ruhe und Entspannung in den Alltag.
Ein Bad im klassischen Stil erinnert daran, dass der wahre Luxus im Ursprünglichen, in der Vergangenheit zu finden ist. Eine Dreiloch-Waschtischarmatur mit Kreuzgriffen beispielsweise verbindet nostalgischen Charme mit der Technik von heute. Aufwendige Natursteinböden in den Farben schwarz-weiß und Details wie Stuckelemente sind der Inbegriff traditioneller Werte. Ein solcher Bad-Klassiker gewinnt mit der Zeit noch mehr an Schönheit und Ausstrahlung. Das Klassische hat eben immer Bestand: Farben, die perfekt harmonieren, Schönheit und Eleganz, die bereits vergangene Epochen prägten. Der klassische Stil kombiniert traditionelle Ideen und Vorbilder mit zeitgemäßem Design und Lebensgefühl.
Das mediterrane Bad
Ein mediterranes Bad entführt uns in eine Stimmung, in der man auch zu Hause Urlaub vom Alltag genießen kann. Das harmonische Spiel von Licht und Farben, die lebendigen Formen von Waschbecken und Badewanne, die Kombination mit natürlichen Materialien. Perfekt aufeinander abgestimmte Details erinnern in diesem Bad an Tage auf dem Lande oder an den letzten Urlaub am Meer.
Was macht das mediterrane Bad also aus? Es sind die Farben von Himmel und Erde, sanfte Blautöne oder Terrakotta. Sie signalisieren Wärme, Stille und Harmonie. Der mediterrane Stil, im Deutschen auch als Landhausstil bezeichnet, erfüllt diese Sehnsüchte und sorgt für Räume jenseits der Alltagshektik. Als Möbel passen sehr gut ausgewählte Stücke aus echtem Holz, dazu noch ein paar farblich abgestimmte Handtücher kaufen und das Ganze mit ausgewählten Accessoires dekorieren – schon ist der Look perfekt.
Das puristische Bad
Im puristischen Bad gilt: Die Form folgt der Funktion. Nichts wird dem Zufall überlassen. Alles hat seinen Platz und wird minimalistisch eingesetzt. Keine überflüssigen Details ersticken das Gesamtbild, dennoch gibt es viel Raum: Raum zum Erholen, Raum zum Entspannen, Raum zum sich selbst finden. Starke Kontraste und warme Farben werden gekonnt miteinander kombiniert, raffinierte Details bewusst inszeniert. Klare Linien, puristische Formen und zurückhaltende Farben geben dem Bad Ruhe und Klarheit.
Weniger ist mehr: Das Leben mit klaren Formen, die sinnvoll der Funktion folgen, hat auch ganz praktische Vorteile: Puristische Bäder sind besonders pflegeleicht und geraten kaum aus der Mode. Zudem benötigt es für eine klare, minimalistische Einrichtung nicht viel, was letztendlich auch den Geldbeutel schont.
Das verspielte Bad
Mit dem verspielten Bad betrachten wir quasi das genaue Gegenteil des puristischen Bades. Während der Alltag der meisten Menschen hektisch, schnelllebig, voller Spannung und Anspannung abläuft, gelten in der eigenen Wohnung andere Regeln – die ganz persönlichen Regeln. Hier findet man Raum für Kreativität, entdeckt die Lust zu dekorieren und zu arrangieren.
Was heißt denn nun „verspielt“? Vor allem bedeutet es, die eigenen Wünsche und Vorlieben konsequent umzusetzen, ohne Rücksicht auf die Meinung anderer. Farben, die eigentlich nicht zusammenpassen, Dekoartikel ohne wirkliche Funktion, ein wilder Mix aus verschiedenen Mustern und Oberflächenstrukturen. Hier gilt: Erlaubt ist, was gefällt!
Wichtig zu wissen ist, dass die hier vorgestellten nur die vier wichtigsten Stile für eine Badeinrichtung verkörpern, es gibt diverse Abwandlungen und Kombinationen davon, mit denen ganz sicher jeder das für sich am besten Passende findet.