Wertsachen zuhause sicher aufbewahren – ein Tresor muss her!

Die Statistiken sind beängstigend: In Deutschland wird alle zwei Minuten eingebrochen, die dabei entwendeten Werte gehen in die Milliarden. Besonders schlimm ist in diesem Zusammenhang, dass die Wertsachen meist kaum geschützt sind oder sogar völlig offen herumliegen. Dabei gibt es effektive Möglichkeiten, sich vor Diebstahl zu schützen. Bargeld, Schmuck und Sparbücher lassen sich bei der Bank hinterlegen bzw. in einem Schließfach deponieren – oder man kauft sich selbst einen Tresor.

Allerdings ist Tresor nicht gleich Tresor. Von der einfachen Dokumentenkassette bis zum tonnenschweren Panzerschrank gibt es alles auf dem Markt. Wir geben Tipps zur Auswahl.

Kriterien bei der Tresorwahl

Allgemein kann man Tresore nach folgenden Kriterien unterscheiden: nach Art des Tresors, nach Einbruchssicherheit bzw. Sicherheitsstufen und nach der Erfüllung gewisser Spezialanforderungen. Bei der Unterscheidung nach der Art kann man wiederum folgende Einteilung treffen: Wandtresore, Möbeleinbautresore, freistehende Tresore und Spezialtresore (Waffenschrank, Datensicherungsschrank etc.).

Wer ein neues Haus baut und seine Wertsachen von Anfang an sichern möchte, tut gut daran, gleich einen fest eingebauten Tresor, in der Regel also einen Wandtresor, mit einzuplanen. Anderenfalls bieten sich auch ein Möbeleinsatztresor in einem entsprechend massiven Möbelstück oder ein schwerer Wertschutzschrank (ab ca. 300 kg) mit zusätzlicher Verankerung an.

Tresore schützen wichtige Dokumente bei einem Brand

Ein guter Tresor schützt nicht nur vor Einbrechern, sondern kann auch bei einem Wohnungs- oder Hausbrand sehr wertvoll sein. Viele Menschen denken beim Thema Sicherheit zuerst an Schmuck, Bargeld oder Uhren, vergessen dabei aber wichtige Unterlagen: Geburtsurkunden, Stammbücher, Versicherungspolicen, Grundbuchauszüge, Fahrzeugbriefe, Testamente, Vorsorgevollmachten, Zeugnisse oder geschäftliche Dokumente lassen sich nach einem Feuer oft nur mit großem Aufwand wiederbeschaffen. Manche Erinnerungsstücke, alte Fotos oder handschriftliche Unterlagen sind sogar unwiederbringlich verloren. Wer solche Dokumente in einem Tresor aufbewahren möchte, sollte daher nicht nur auf Einbruchschutz achten, sondern auch auf geprüften Brandschutz. Denn ein normaler Stahl­schrank hält Flammen zwar eine gewisse Zeit stand, im Inneren können Hitze und Rauch aber dennoch Papier, Datenträger oder empfindliche Gegenstände beschädigen. Spezielle Feuerschutztresore sind so konstruiert, dass die Temperatur im Innenraum über einen festgelegten Zeitraum deutlich niedriger bleibt. Dabei wird je nach Modell zwischen Schutz für Papier und Schutz für digitale Datenträger unterschieden, da USB-Sticks, Festplatten oder Speicherkarten wesentlich empfindlicher auf Hitze reagieren als Papierdokumente. Sinnvoll ist deshalb vor dem Kauf die Frage: Was soll im Tresor liegen? Wer hauptsächlich Urkunden und Verträge sichern möchte, benötigt eine andere Ausführung als jemand, der auch Datensicherungen, externe Festplatten oder wichtige Geschäftsdaten verwahren will. Gerade in Privathaushalten ist ein brandschutzgeprüfter Dokumententresor eine beruhigende Ergänzung, weil er im Ernstfall nicht nur materielle Werte, sondern auch viel Zeit, Nerven und persönliche Erinnerungen retten kann.

Doch woher weiß man, welcher Tresor der geeignete ist und worauf beim Kauf geachtet werden sollte?

Wichtiger Expertentipp: Nur zertifizierte Produkte kaufen! Offizielle Zertifizierungsstellen sind das ECB-S und VdS, die Wertschutzschränke und Wertbehältnisse prüfen und entsprechend zertifizieren. Ein weiterer Aspekt ist die Wahl des Schlüssel- oder Zahlenschlosses. Es ist grundsätzlich eine persönliche Entscheidung, ob man einen Zahlencode oder einen Schlüssel wählt oder die Kombination aus beidem. Die ECB-S zertifiziert dabei nicht nur die Tresore selbst, sondern auch sogenannte Hochsicherheitsschlösser. Letztlich muss jedoch der Benutzer seinen Teil zur Sicherheit beitragen. Bedeutet: Wer sich für einen Schlüssel entschieden hat, sollte diesen bei Abwesenheit nicht in der Wohnung liegen lassen, denn einfacher kann man es einem Dieb nicht machen. Sollte aber eigentlich selbstverständlich sein.

Tipp: Für einen bestehenden Tresor, den man nicht selbst erworben hat und für den somit keine Informationen über Sicherheitsklasse oder Widerstandsfähigkeit vorliegen, kann man anhand der RAL-Kennzeichnung oder der Produktnummer eine Information über das ECB-S oder VdS einholen. Über die Kennzeichnung kann dann der Sicherheitsgrad bestimmt werden.

Was besagt die Zertifizierungsmarke?

Die Polizei rät, nur zertifizierte Wertschutzschränke zu kaufen, die von der VdS oder der ECB-S entsprechend eingestuft wurden, mit einem standardisierten Prüfverfahren für Sturzfestigkeit, Brand und äußere Gewaltanwendung (Schneidbrenner, Bohrer, Trennscheiben u.v.m.). Mehr dazu gleich. Erkennbar ist ein solch zertifizierter Tresor an der blauen Zertifizierungsmarke der Prüfeinrichtung.

Diese Plakette ist in der Innenseite des Tresors angebracht. Dort wird neben der Europäischen Norm (EN) auch noch die Seriennummer (eine fortlaufende eindeutige Nummer) aufgezeigt, welche eine lückenlose Nachvollziehbarkeit der einzelnen Produktionsprozessschritte in der Herstellung des Tresors ermöglicht. Eine weitere Information auf der Prüfplakette ist die Produktklassifizierung, aufgrund derer man den Widerstandsgrad und die Güteklasse bei Brandschutz erkennen kann.

Wie werden Tresore geprüft?

Ob Schlüsseltresor oder Panzerschrank: Wertschutzschränke haben die Aufgabe, hohe Werte zu schützen. Ihre Qualität ist jedoch schwer auf den ersten Blick erkennbar. Um sicher zu sein, dass die Wertbehältnisse auch halten, was sie versprechen werden laufend unabhängige Prüfungen und Zertifizierungen durchgeführt.

Bei diesen Prüfungen geht es dann auch schon einmal „etwas härter zur Sache“. Neben den üblichen Schlag- und Elektrowerkzeugen, z. B. Vorschlaghammer, Bohrmaschine oder Flex, werden auch Schneidbrenner eingesetzt, die selbst zentimeterdicke Stahlplatten durchtrennen können. Auch Spezialwerkzeuge, die vom VdS aus Sicherheitsgründen nicht genau benannt werden, kommen bei der Sicherheitsprüfung zum Einsatz.

Bei der anschließenden Bewertung der Ergebnisse wird zum einen die Zeit berücksichtigt, die benötigt wurde, um den Tresor zu knacken, und zum anderen, welches Werkzeug zum Einsatz kam. Schweißbrenner und schwere Elektrogeräte werden hier naturgemäß stärker gewertet als leichteres Werkzeug. Mittels spezieller Formeln rechnet man diese Ergebnisse dann in sogenannte Resistance Units (RU), also Widerstandseinheiten, um. Hierbei wird außerdem noch nach Teil- oder Vollzugriff unterschieden, also ob der Zugriff auf den vollständigen Inhalt des Tresors oder nur einen Teil davon gelingt. Schließlich werden hieraus die im Handel gebräuchlichen Widerstandsgrade ermittelt.

Wer sich also einen Tresor anschaffen möchte, tut gut daran, sowohl die Bauform und den Einbau- bzw. Aufstellort als auch das Modell sorgfältig auszuwählen. Schließlich soll er das wichtigste Hab und Gut des Menschen schützen – hohe Werte und oft auch unwiederbringliche persönliche Gegenstände.