Einrichtung mit Kniff: Kleine Küchen optisch größer wirken lassen

Viele Menschen erinnern sich gerne an frühere Zeiten. Gerade in größeren Familien gab es da traditionell im Haus einen Raum, der als Zentrum des Familienlebens fungierte: die Küche! Man traf sich hier zum Frühstück, nach der Schule, in der Mittagspause und nach einem anstrengenden Tag, um gemeinsam das Abendbrot einzunehmen. Daher stellte die Küche früher oft den größten Raum im Haus dar.

Leider ist diese Tradition zwischenzeitlich etwas in Vergessenheit geraten, denn heute findet das Familienleben meist überwiegend im Wohnzimmer statt. Die Küchenräume wurden daher mit der Zeit immer kleiner, worüber viele heutige Hausbesitzer jedoch nicht gerade glücklich sind. Doch es gibt Möglichkeiten, auch eine kleine Küche zumindest optisch deutlich größer wirken zu lassen. Wir zeigen, welche Details der Einrichtung und Gestaltung den Unterschied ausmachen.

Intelligente Farb- und Lichtkonzepte wirken Wunder

Nur die Wenigsten wissen, wie sehr sich Farben auf unser Raumgefühl auswirken. Gerade in der Küche kann man mit der richtigen farblichen Gestaltung einiges bewirken. Eine Möglichkeit, die Küche größer wirken zu lassen, ist etwa eine helle Arbeitsplatte in Kombination mit dunkleren Unterschränken. Durch diese Farbgebung wirkt eine kleine Küche nach oben hin deutlich größer und offener.

Auch mit Schränken und Regalen kann eine größere Optik vorgetäuscht werden. So ist zum Beispiel für kleine Räume ein geschlossener Schrank bedeutend besser geeignet, weil er das Auge des Betrachters nicht ablenkt und flächiger wirkt. Das gilt noch verstärkt in Verbindung mit gleichfarbigen, unauffälligen Griffen. Natürlich muss man auch bei kleinen Küchen nicht gänzlich auf offene Fächer verzichten – dann sollte man allerdings für die offenen und geschlossenen Flächen jeweils die gleiche Farbe und das gleiche Material wählen.

Und schließlich kann man mit dem richtigen Licht dafür sorgen, dass eine kleine Küche ganz groß rauskommt. Sofern etwa bei einer kleinen Küche der Esstisch das Zentrum bildet, sollte dieser mit einer schicken, punktuell ausgerichteten Hängelampe beleuchtet werden. So verschwinden die umliegenden Konturen praktisch irgendwo „im Nichts“, wodurch die Küche ebenfalls optisch größer wirkt. Ergänzt werden kann das Ganze durch LED-Lichtleisten unter den Regalen und eine indirekte Sockelbeleuchtung. Generell gilt: Wenn der Sockelbereich beleuchtet wird, scheint die Küchenzeile fast über dem Boden zu schweben. Diese optische Leichtigkeit nimmt den Möbeln ihre Schwere und lässt die gesamte Bodenfläche optisch breiter und offener wirken.

Auch die Materialien spielen eine wichtige Rolle

Was für das Licht gilt, gilt auch für die in der Küche verbauten Materialien. So täuschen beispielsweise glänzende, reflektierende Materialien zusätzliche Tiefe vor, wo eigentlich keine ist. Eine Küchenrückwand aus Spiegelglas oder glänzenden Fliesen reflektiert das Licht und vergrößert den Raum optisch stark. Ebenso eignen sich Vitrinenschränke mit Glaseinsätzen oder Regale aus Acryl anstelle von massivem Holz. Dadurch bleibt der Blick frei, anstatt an geschlossenen Flächen hängen zu bleiben.

Offene Küche oder traditionelle Einbauküche?

Einbauküchen sind für viele noch immer die perfekte Lösung, um die Küche platzsparend einzurichten. Unterschränke, unterbau- und einbaufähige Geräte, eine Arbeitsplatte mit eingelassenem Kochfeld und integrierter Spüle sowie geräumige Hoch- und Hängeschränke, die das Bild komplettieren, sind Standard. An der Wand entlang der Arbeitsfläche befinden sich ein Fliesenspiegel oder eine entsprechend dekorierte Küchenrückwand, welche sich leicht reinigen lässt, und unter den Oberschränken erhellen Lichtleisten den Arbeitsbereich. Mit wenigen Handgriffen bzw. in direkter Griffnähe sind alle Geräte, Geschirrteile, Kochbestecke und sämtliches Zubehör leicht erreichbar. Und der Küchenfußboden ist durch bodentiefe Schrankabschlüsse auf eine kleine Fläche reduziert, wodurch er schneller gewischt werden kann. Natürlich sollte aber noch genug Bewegungsfreiraum übrig bleiben.

Wie man sieht, ist die klassische Einbauküche auch heute noch das Mittel der Wahl, um in kleinen Küchenräumen möglichst viel unterzubringen. Aber: Eine Einbauküche macht den Küchenraum optisch nicht größer! Wer also in optischer Hinsicht Raum gewinnen will und dafür auf etwas Stauraum verzichten kann, der sollte eine offene, aus Einzelstücken zusammengestellte Küche bevorzugen.

Abschließender Tipp: Wer es sich leisten kann, sollte seine kleine Küche von einem Fachmann einrichten lassen. Der Vorteil einer individuell geplanten Küche ist die Tatsache, dass jeder vorhandene Platz optimal genutzt wird. Schließlich müssen auch in einer kleinen Küche alle Dinge des täglichen Lebens untergebracht werden. Wer die Farbe der Möbel an den Hintergrund anpasst, hat auch hier wieder die Möglichkeit, nicht vorhandene Größe vorzutäuschen. Ein Profi wird seinen Kunden auch hinsichtlich der farblichen Gestaltung der Küche umfassend beraten.