Wer in einer kleinen Wohnung lebt oder sogar mit der berüchtigten „Ein-Zimmer-Butze“ auskommen muss, hat nicht nur wenig Bewegungsfläche zur Verfügung, auch seine Auswahl an Möbeln ist begrenzt, insbesondere im Schlafzimmer. Doch dank toller Erfindungen wie etwa multifunktionalen Möbeln und Schiebetüren lässt sich auch die kleinste Wohnung stilvoll und gemütlich einrichten. Wir geben Anregungen.
Sogar Betten können platzsparend sein!
Geradezu ein Klassiker ist mittlerweile das Schlafsofa, welches man nachts ausklappen und als Bett benutzen kann. Tagsüber dient es als Sitzfläche vor dem Fernseher oder dem Schreibtisch. Es gilt nicht nur als platzsparendes Möbelstück, sondern steht auch bei vielen zu Hause, die es als Gästebett verwenden.
Neben dem Schlafsofa ist auch das sogenannte Etagenbett extrem platzsparend, wenn man auf der ersten Etage sein Bett einrichtet und darunter den Kleiderschrank oder einen Schreibtisch aufstellt. Darüber hinaus gibt es im Handel aufblasbare Betten und Klappbetten zu kaufen, die nachts aufgebaut und tagsüber einfach eingeklappt oder ganz weggeräumt werden. Auch ein Schlafsessel lässt sich zur Not als Schlafmöglichkeit nutzen, eine dauerhafte Lösung ist das allerdings nicht.
Kompakte Kleiderschränke
Wie im Bereich der Betten gibt es auch bei Kleiderschränken eine Reihe von multifunktionalen und somit platzsparenden Lösungen. Ein bisschen Platz kann man sogar mit einem ganz normalen Kleiderschrank sparen, wenn man ein Modell mit Schiebetüren wählt. So lassen sich die Schranktüren auch dann öffnen, wenn das Bett sehr nah am Schrank steht und in den Öffnungsradius normaler Türen ragen würde. Man kann sogar auf Schubladen verzichten und stattdessen geräumige Aufbewahrungsboxen in den Schränken aufstellen, in denen Socken und Co. einsortiert werden.
Eine weitere Möglichkeit bietet sich mit dem sogenannten Schubkastenbett an, einer Art Kombination aus Bett und Schrank. Das Bett ist in diesem Fall ganz normal gebaut, mit dem Unterschied, dass der freie Raum unter dem Bett sinnvoll als „Schrankraum“ genutzt wird. Hier lassen sich zum Beispiel Bettwäsche und Kleider, aber auch wichtige Unterlagen aufbewahren, die nicht ständig gebraucht werden.
Ebenfalls enorm platzsparen sind Textil-Kleiderschränke. Sie weisen im Gegensatz zu den klassischen Modellen aus Holz viel dünnere Wände auf und sind zudem mit praktischen Reißverschluss-Öffnungen ausgestattet, so dass auslandende Türen wegfallen.
Der besondere Tipp: Schiebetüren!
Schiebetüren sind inzwischen zu absoluten Highlights im Wohnbereich geworden. Die entsprechenden Systeme sind mittlerweile so ausgereift, dass die Montage von versierten Heimwerkern selbst vorgenommen werden kann. Man findet sie sowohl als Zimmertüren als auch im Bereich der Schrank- und sonstigen Möbeltüren.
Was macht die Schiebetür so praktisch?
Schiebetüren werden horizontal zur Seite geöffnet. Im Gegenteil zu normalen Zimmertüren sind sie somit sehr platzsparend, da die Türblätter im geöffneten Zustand nicht in den Raum ragen. Auf diese Weise kann man das Schlafzimmer ideal nutzen – selbst ein Polsterbett mit 160×200 cm Größe lässt sich so samt Schrank in vielen kleinen Schlafräumen unterbringen.
Vertikale Flächen ausnutzen
In kleinen Räumen bietet es sich grundsätzlich an, nach oben zu bauen. Hier offenbart sich wertvolles Potenzial, das oft ungenutzt bleibt. So schaffen hoch angebrachte Wandregale und Schränke bis zur Decke bzw. Wandboard-Systeme zusätzlichen Stauraum, ohne die zur Verfügung stehende Fläche auf dem Boden stark zu verkleinern. Wenn die Blickachse frei bleibt, wirkt das Zimmer zudem optisch wesentlich größer und luftiger.
Tipp: Hakenleisten an den Wänden oder der Innenseite der Zimmertür sorgen für das übersichtliche Aufhängen von Kleidung und Accessoires. Auch hier werden vertikale Flächen, die sonst verschenkten Raum darstellen, optimal ausgenutzt.
Nischen und Ecken optimal nutzen
Was für die vertikalen Flächen gilt, trifft auch für architektonische Besonderheiten wie Dachschrägen, tote Ecken oder Wandnischen zu: Sie bieten Raum für maßgeschneiderte Lösungen. Statt die üblichen Standardmöbel zu verwenden, lassen sich diese Bereiche durch bündig eingepasste Regalsysteme, schmale Eckschränke und ähnliches optimal ausfüllen. Auch der Platz neben dem Bett kann durch ein kompaktes Eckregal anstelle eines klassischen Nachttisches besser genutzt werden.
Reduzierung auf das Wesentliche schafft auch optisch mehr Raum
Zu guter Letzt gilt: Platzsparen bedeutet nicht nur die optimale Raumnutzung. Ergänzend kann man mit ein paar Tricks dafür sorgen, dass auch mehr optische Weite im Schlafzimmer entsteht. Wuchtige Vorhänge, schwere Teppiche sowie übermäßige Dekoration „erschlagen“ kleine Räume schnell. Stattdessen sollten leicht fließende, transparente Stoffe und helle Farbtöne an den Fenstern zum Einsatz kommen, die natürliches Licht hineinlassen und so eine weite, luftige Atmosphäre schaffen.
Auch bei Kissen und Decken sollte man darauf achten, dass das Bett nicht überladen wirkt. Ergänzend unterstützen helle Wandfarben und clever platzierte Spiegel den Lichteinfall im Raum. Durch die Kombination aus den genannten platzsparenden Möbeln und optischen Kniffen lässt sich schließlich das Maximale aus einem kleinen Schlafzimmer herausholen.